Der Knochenbrecher

Seine Fähigkeit, Knochen zu verdauen, stellen ihn als Aasfresser an die Spitze der Nahrungspyramide im alpinen Lebensraum. Nach einer auf Rufmord begründeten Ausrottung kreist der „König der Geier“ seit rund 25 Jahren wieder majestetisch über unsere höchsten Bergspitzen.


Steckbrief

Lateinischer Name: Gypaetus barbatus (Linnaeus, 1758); Familie: Habichtartige.
Körperlänge bis 110 cm; Spannweite 250 - 280 cm.
Gewicht: 4,5 - 7 kg; Weibchen schwerer als Männchen.
Nahrung: reiner Aasfresser, zu 80% Knochen.
Lebenserwartung: frei lebend bis 40 Jahre.
Paarung im Dezember; 1 Brut mit 1 - 2 Eiern pro Jahr; Brutzeit 50 - 60 Tage; flügge nach 3 - 4 Monaten; geschlechtsreif mit 4 - 5 Jahren.
Paare bleiben meist lebenslang zusammen. Sie bauen grosse Horste in steilen Felswänden. Als Lebensraum nutzen sie Felsen- und schluchtenreiche Landschaften zwischen 1‘500 und 3‘000 m ü.M. Sie nutzen extrem grosse Streifgebiete von bis zu 400 km2.
 




Seinen Namen hat der Bartgeier vom charakteristischen Federbüschel neben dem Schnabel (Foto K. Robin).

Weitere Informationen über Bartgeier unter www.bartgeier.ch


Geschichte der Ausrottung

Fehlendes Wissen und Rufmord waren Schuld an der Ausrottung des Bartgeiers. Als "Lämmergeier" tituliert und als Kindsräuber verschrien, wurde ihm mit allen Mitteln nachgestellt. Mit dem Verschwinden der Steinböcke, Hirsche und Rehe fehlte ihm zunehmend auch die Nahrungsgrundlage. Ausserdem haben Jahre mit extremer Witterung zum Niedergang der Bartgeier beigetragen. Am Ende waren es Trophäensammler, welche die letzten Vögel zur Strecke brachten.

Noch in den Tierbüchern des ausgehenden 19. Jahrunderts wurden über den Bartgeier wilde Schauermärchen verbreitet. Der Staat bezahlte Abschussprämien. Der letzte Bartgeier der Schweiz wurde 1889 vergiftet.


(Foto R. Estère)

 
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