Wiederansiedlung

Der 1892 gegründete St.Galler Wildpark Peter und Paul setzte sich schon früh für die Wiederansiedlung des Steinbocks ein. Was andernorts trotz grosser Anstrengungen nicht gelang, glückte hier auf Anhieb. Dank dem Geschick von Robert Mader und Georg Albert Gritanner gelang es, mit Hilfe eines Wilderes 1906 die ersten drei jungen Steinböcke aus dem Aostatal in die Schweiz zu schmuggeln.

Bereits 1911 war die Zuchtgruppe im Wildpark Peter und Paul so stark angewachsen, das die ersten fünf Tiere im hintersten Weisstannental im Gebiet der Grauen Hörner (Kanton St.Gallen) ausgesetzt werden konnten. 1915 kam mit dem Wildpark Harder in Interlaken eine zweite Aufzuchtstation in der Schweiz hinzu. Dies war insbesondere wegen dem vorübergehenden Auftreten von Krankheiten in der ersten Zuchtgruppe von zentraler Bedeutung.

Die Bundesbehörden in Bern erkannten die grosse Chance, den Steinbock in den Schweizer Alpen wieder anzusiedeln und unterstützten tatkräftig den Ankauf, die Aufzucht und die Aussetzung weiterer Tiere. Bis 1931 erhielt der Wildpark Peter und Paul insgesamt 50 Kitze aus dem Aostatal.

Im Jahr 1920 erfolgte die erste Freisetzung von Steinböcken im noch jungen Schweizer Nationalpark. Es folgten Koloniegründungen in den Kantonen Bern, Wallis und Waadt sowie in Österreich und Bayern. Bis 1938 wurden insgesamt etwa 170 Steinböcke ausgesetzt. In den zwölf gegründeten Kolonien betrug die Populationsgrösse damals etwa 850 Steinböcke.

Informationen über den Wildpark Peter und Paul unter www.wildpark-peterundpaul.ch

Weitere Informationen über die Wiederansiedlung des Steinbocks unter www.steinbock2006.ch.




Verbreitung

Der Steinbock ist wieder in allen Alpenländern heimisch. Die Steinbockpopulationen sind entlang des gesamten Alpenkammes, von den Seealpen im Südwesten bis zu den Österreichischen Kalkalpen, den Norischen und Julischen Alpen sowie den Karawanken im Osten, verteilt. Die grössten Populationen befinden sich im Bereich des Alpenhauptkammes und zählen bis zu einigen Tausend Steinböcken.



Die ersten Steinbockkitze aus dem Aostatal wurden im Wildpark Peter und Paul in St.Gallen von Hand aufgezogen (1906) (Foto: Archiv Wildpark Peter und Paul).



Die erste Freisetzung von Steinböcken im Gebiet Graue Hörner SG im Jahr 1911 (Foto: Archiv Naturmuseum St.Gallen).
Hingegen sind etwa 80 Kolonien im Bereich des Alpenrandes zahlen- und flächenmässig sehr klein. Dort besteht die Gefahr von Inzucht und damit einhergehenden Krankheiten und Missbildungen. Der Gesamtbestand von Steinböcken in den Alpen beträgt heute rund 40'000 Tiere.
Auf der unten stehenden Verbreitungskarte sind neben dem ersten Aussetzungsort alle gegenwärtigen Steinbockvorkommen in der Schweiz bezeichnet.



 
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